Der Nissan Qashqai 1,6 dCi 4×4 beim Test

Als die Geländewagen ihre Landflucht ins urbane Umfeld antraten, stellten sich die Hersteller schnell auf die neue Käuferschaft ein. Aus den rustikalen Offroadern wurden Crossover oder – wie die Fans von Feld-und-Wald-Dinosauriern wie Lada Niva und Mercedes G-Klasse abschätzig meinen – Softroader (Weichgänger).

Nissan Qashqai Ein Vertreter der kompakten SUV-Klasse, der fast schon Kultstatus erreicht hat, ist der Nissan Qashqai. Seit einem Jahrzehnt begeistert die Mischung aus Pulsar und X-Trail vor allem die jungen und jung gebliebenen Automobilisten.

Inzwischen rollt die zweite Generation übers Land und durch die Stadt – und zwar äußerst komfortabel und überraschend sparsam, wie es sich mit dem Qashqai 1.6 dCi 4×4 in der Acenta-Ausstattung heraus stellte. Die Preisliste für den im englischen Sunderland produzierte Qashqai beginnt bei 19.990 Euro. Das hier im Test, kostet knapp 10.000 Euro mehr.

Auch, wenn sein kleiner Bruder Juke dem Qashqai in Sachen Optik den Rang abgelaufen hat, ist der Große immer noch ein Hingucker. Die abfallende Dachlinie, die weit ausgestellten Radkästen und die wuchtigen Stoßfänger verleihen dem kompakte 4,38 Meter langen, stolze 1,81 Metern breiten und nur 1,59 Meter hohen Japaner eine Bodybuilderfigur. Weniger aufregend, dafür aber recht wohnlich geht’s im Innenraum zu. Das mit analogen Rundinstrumenten ausgestattete Cockpit wird durch allerlei chromfarbenen Zierrat aufgepimpt.

Was das Platzangebot betrifft, haben auch die Hinterbänkler keinen Grund zur Klage. Beine ausstrecken und fett zurücklehnen können sich im Fond bis zu drei Mann – auch im XL-Format. Das Gepäckabteil ist mit 430 Litern Volumen zwar nicht rekordverdächtig, aber durchaus ausreichend für den
Großeinkauf beim Getränkehändler oder den Campingurlaub.

Dabei darf man dank des intelligenten Allradantriebs sein Zelt auch gerne abseits befestigter Wege aufstellen. Allerdings sollte man immer die Zivilisation im Blick behalten, denn mangels Geländeuntersetzung und Bodenfreiheit setzen Stock und Stein dem Qashqai Grenzen. Ohnehin fühlt sich der Japanei auf Asphalt wohler als im „Matsch”.

Das Fahrwerk mir Einzelradaufhängung rundum hält den 1,5-Tonner auch in engen Kurven brav in der Spur. Im Galopp geht es in gut zehn Sekunden aus dem Stand auf Tempo Hundert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt erst an der 190 km/h-Marke an. Diese Fahrspaß versprechenden Werte verdankt der Qashqai seinem Vierzylinder-Dieselmotor. Aus 1,6 Litern Hubraum schöpft das Aggregat 130 PS (96 kW).

Mit Direkteinspritzung und Turbolader wird ein maximales Drehmoment von 320 Nm realisiert – und das schon ab einer Drehzahl von 1.750 U/min. Viel Rumgerühre in der Schaltkulisse hat der Qashqai-Pilot daher nicht zu befürchten, der ganz locker im sechsten Gang zum Überholen ansetzen kann. Auch, wer das Gaspedal öfter mal dicht ans Bodenblech drückt, zaubert dem Tankwart kein Lächeln ins Gesicht. Bei den Testfahrten begnügte sich der mit Start-/Stopp-Automatik ausgestattete Japaner mit rund sechs Litern Diesel auf hundert Kilometern.

Für Sicherheit sorgen die üblichen Assistenzsysteme wie ABS und ESP. Auch die Reifendruckkontrolle, die Berganfahrhille sowie die Einparkhilfe vorn und hinten sind serienmäßig. Außerdem bekommt der Fahrer elektronische Unterstützung beim Notbremsen, Spurhalten und Fernlicht ein- und ausschalten. Komfortabel geht’s unter anderem mit Klimaautomatik, Tempomat, Sitzheizung und einer hochwertigen Audioanlage samt Schnittstelle fürs Smartphone zu.

Fazit: Auch der Qashqai 2.0 kommt aufregend frisch und jugendlich daher. Die starke Motorisierung, die gute Verarbeitung und die recht komplette Ausstattung rechtfertigen den Preis.

Alle weiteren Infos über den Nissan Qashqai 1,6 dCi 4×4 findest Du hier: www.nissan.de

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