Auf das richtige Motoröl achten!

Motoröl Mineralöl, Synthetiköl, Longlifeöl — Was ist das richtige Motoröl? Welche Motorschmierungen lassen welche Autos unter welchen Umständen rundlaufen? Die Verunsicherung unter Autofahrern ist groß. Laut DAT-Report konnten oder wollten 2012 mehr als ein Drittel der Fahrzeughalter nicht angeben, welches Öl tatsächlich in ihrem Fahrzeug eingefüllt wurde. Fatal in Anbetracht der Tatsache, dass bei den acht Jahre alten und älteren Fahrzeugen die Autofahrer hier selbst Hand angelegt haben. Die Zahlen und Fakten:
Braucht der Motor, jetzt ein spezielles Winteröl? Das kommt auf das Fahrzeug an. Moderne Motoren werden ab Werk schon mit so genannten Mehrbereichsölen ausgeliefert und regelmäßig damit in den Werkstätten versorgt. Diese Leichtlauföle bleiben selbst bei Minusgraden dünnflüssig, schmieren den Motor perfekt und sparen obendrein noch Kraftstoff. In seltenen Fällen, oftmals für Oldtimerfahrzeuge, werden noch vereinzelt Einbereichsmotorenöle verwendet. Hier ist je nach verwendeter Viskositätslage ein Wechsel zwischen dickeren „Sommer“- und dünneren „Winterviskositäten“ nötig.
Warum müssen Öle gewechselt werden? Motoröle altern und verschleißen. Verbrennungsrückstände, Staub und Abrieb verschmutzen das Schmiermittel, Additive bauen sich ab. In der kalten Jahreszeit kann zusätzlich in Dieselmotoren Ruß und bei den Benzinern aufgrund extremer thermischer Belastung auch das richtige Motoröl verdicken mit der Folge, dass es zu Kaltstartproblemen kommt. Ständig nachfüllen genügt nicht, hier hilft nur ein regelmäßiger und oft zusätzlicher Tausch.
Welches Produkt ist das richtige für mein Auto? Das schreibt der Hersteller in der Bedienungsanleitung mit entsprechenden Freigaben beziehungsweise Spezifikationen vor, die auch auf den Gebinden der Öle stehen. Bei Unklarheiten helfen die Werkstätten. Wer nicht freigegebene Öle einfüllt, setzt seine Garantie- und Kulanzansprüche aufs Spiel.
Was bedeuten die verschiedenen Spezifikationen und Freigaben? Neben den europäischen (ACEA-Spezifikationen) und amerikanischen (API-Klassifikationen) Normen stehen die spezifischen Freigaben der Hersteller. Ein weiterer wichtiger Kennwert ist die Viskosität, welche in den so genannten SAE-Klassen (Society of Automotive Engineers) definiert wird.
Beispiel „5W 40“: Je niedriger die Zahl vor dem „W“, desto dünnflüssiger das Öl bei kalten Temperaturen und desto besser das Kaltstartverhalten. Das „W“ weist auf die Eignung für den Winterbetrieb hin und die „40“ auf die Viskosität bei höheren Betriebstemperaturen.
„5W 40“ ist einsetzbar bis mindestens minus 30 Grad Celsius. Einige Hersteller wie VW, BMW, Mercedes oder Ford schreiben auch firmenspezifische Normen vor.
Dürfen verschiedene Öle gemischt werden, auch mineralische mit synthetischen? Grundsätzlich sind mineralische und synthetische Motorenöle miteinander mischbar. Wichtig ist je doch, dass die eingefüllte Motorenölqualität den Herstellervorgaben entspricht. Werden minderwertige Schmierstoffe aufgefüllt, sinkt die Motorenölqualität, das Autoherz kann schlimmstenfalls Schaden nehmen.
Wie oft sollte der Ölstand gemessen werden? Einmal monatlich, spätestens bei jeder dritten Tankfüllung. Leuchtet die Ölkontrollleuchte, sollte schnellstmöglich der Motor abgestellt und das richtige Motoröl nachgefüllt werden. Gut, wer eine Reserve im Kofferraum hat.
Wie lange ist Öl lagerfähig? Öl altert auch in verschlossenen Behältern. Spätestens nach fünf Jahren gehört die Ware umweltgerecht entsorgt. Offene Gebinde sollten bei einer ordnungsgemäßen Lagerung innerhalb eines Jahres verbraucht werden.
Spritsparen mit dem richtigen Motoröl — geht das? Und ob. Leichtlauföle sind auf den ersten Blick zwar teurer als normale Mehrbereichsprodukte, auf den zweiten aber sparsamer, weil auf Dauer rentabel.
Leichtlauföle gewährleisten gute Kaltstarteigenschaften bei niedrigen Temperaturen und eine Minimierung der Reibungsbeziehungsweise „Planschverluste“ bei Betriebstemperatur. Der Motor arbeitet leichter und verbraucht dadurch weniger Kraftstoff. Außerdem ermöglichen die so genannten Longlifeöle längere Wartungsintervalle.

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