Subaru WRX STI Sport

Der Subaru WRX STI Sport ist ein Rennsportler mit Boxerherz. Der 300 PS starke Japaner ist für 45.200 Euro zu haben.

Ob für die Fahrt zur Arbeit, den Familienausflug oder den samstäglichen Einkauf: das Auto ist das Pferd und der Ochse für den Homo Sapiens im 21. Jahrhundert. Und wie einst in den Ställen, gibt es auch heute in den Garagen sowohl robuste Ackergäule als auch ausdauernde Reitponys und rassige Rennrösser.

Zu letzteren zählt zweifellos der Subaru WRX STI Sport, Die Rennmaschine auf der Plattform des Impreza tritt hierzulande gegen die Platzhirsche Ford Focus RS, VW Golf GTI und Opel Astra OPC an.

Subaru WRX STI Sport Obwohl wesentlich günstiger als die adeligen Sportwagen aus Modena und Zuffenhausen, ist der Japaner ebenso wie seine Klassenkameraden nichts für den kleinen Geldbeutel. Zu haben ist der WRX STI ab 41.900 Euro. Die hier getestete „Sport“-Version steht für 45.200 Euro in der Preisliste.

Keine Spur von Bescheidenheit

Japaner sind eigentlich bekannt für ihre Bescheidenheit. Diese Tugend hat sich der WRX STI aber nicht zu eigen gemacht. Mit dem an das Bügelbrett von Mutti erinnernden Heckflügel und der schon im Rückspiegel des Vordermanns weithin sichtbaren Lufteinlasshutze auf der Motorhaube verzichtet der Wolf selbstbewusst auf den Schafspelz. Überhaupt hat der Subaru WRX STI Sport eher ein „Platz da!“- als ein „Lass mich doch bitte mal vorbei“-Gesicht.

Japaner sind im Vergleich zu Europäern eher klein. Auch hier hält sich der Subaru nicht an die Statistik. Mit einer Länge von fast 4,60 Metern (Breite 1,80, Höhe 1,48 Meter) zählt er zu den Großen in der Kompaktklasse.

Angeboten wird die Rennversion des Impreza ausschließlich als Viertürer. Das kommt vor allem den bis zu drei Fondpassagieren zu Gute, die nicht nur über reichlich Platz verfügen, sondern auch bequem ein- und aussteigen dürfen. Wer den 460 Liter großen Kofferraum nicht als Hort für den Subwoofer benötigt, bekommt hier das Urlaubsgepäck oder den Wochenendeinkauf locker unter. Insofern empfiehlt sich der Renn-Subaru nicht nur Singles mit Benzin im Blut, er taugt durchaus auch als Familienlimousine – wobei die Emotionen der Kids und der Frau Gemahlin zwischen „voll cool“ und „echt peinlich“ variieren können.

Keine Spur von Genügsamkeit

Vor allem Mitglieder im Naturschutzverein werden sich nur sehr ungern im Subaru WRX STI Sport zum Monatstreffen chauffieren lassen. Obwohl man Japanern ein Höchstmaß an Genügsamkeit nachsagt, langt dieses Exemplar an der Tankstelle nämlich ordentlich zu. Bei den Testfahrten genehmigte sich der 2,5-Liter-Boxermotor rund zwölf Liter Super Plus-Benzin auf hundert Kilometern.

Aber von Nichts kommt ja bekanntlich auch Nichts. Und der Subaru bietet einiges fürs reichliche Futter. 300 PS bringt das Vierzylindertriebwerk an die Kupplung. Verteilt wird die Motorpower über die Vorder- und Hinterachsdifferentiale auf alle vier Räder. In gut fünf Sekunden beschleunigt der Eineinhalbtonner auf Tempo Hundert. Erst jenseits der 250 km/h-Marke schiebt die Technik dem Vortrieb einen elektronischen Riegel vor.

Das maximale Drehmoment von 407 Nm liegt erst bei 4000 U/min an, was dem sportlich ambitionierten Fahrer einiges an Schaltarbeit abverlangt. Die geht dank der kurzen Wege zwischen den sechs Gängen und der präzisen Führung aber locker von der Hand.

Überhaupt glänzt der WRX STI durch ein hervorragendes Handling. Lediglich die knüppelharte Kupplung ist etwas gewöhnungsbedürftig. Knüppelhart ist auch das Fahrwerk, wie es sich für eine Rennmaschine auch gehört. Mit rundum einzeln aufgehängten Rädern und innenbelüfteten Brembo-Bremsscheiben fegt er wie auf Schienen durch die Kurven – unterstützt von einer Kurvenlenk- und einer Stabilitätskontrolle, die neben der „Normal“-Einstellung auch auf „Traction“ für bewusstes Driften oder auf „Aus“ gestellt werden kann. Die mit Alcantara bezogenen Sportsitze bieten ausreichend Seitenhalt, damit es einen beim wilden Ritt über die Piste nicht aus denselben haut.

Keine Spur von Technikphobie

Japaner lieben Technik. Am WRX STI durften sich die Konstrukteure diesbezüglich regelrecht austoben. So haben sie ihrem Baby das SI-Drive-System verpasst. Damit hat der Fahrer die Möglichkeit, je nach Verkehrslage und Stimmung zwischen drei Modi zu wählen: Im „Intelligent-Modus“ geht’s gechillt durch den Berufsverkehr, im „Sport-Modus“ baut der Motor das Drehmoment linear zur Gaspedalstellung auf und im „Sport-Sharp-Modus“ darf das Triebwerk sein Temperament schon beim leichtesten Druck aufs Gaspedal voll ausleben.

Das DCCD-System hingegen ist für die Verteilung des Drehmoments auf die Vorder- und Hinterräder zuständig. Neben dem Automatik-Modus gibt es den „Modus+“ für rutschigen Untergrund und den „Modus-“ für trockene Straßen. Profis dürfen sich ihren bevorzugten Sperreffekt aus sechs Einstellungen aussuchen.

Auch ansonsten hat der WRX STI Sport alles, was man unterwegs so braucht: Vom Harman-Kardon-Audiosystem mit acht Lautsprechern, USB-Anschluss und Bluetooth-Funktion über die Klimaautomatik und das Navigationssystem bis hin zu LED-Scheinwerfern und zum schlüssellosen Türöffnen und Starten ist alles serienmäßig an Bord. Auch die abgedunkelten hinteren Scheiben und die mit 245er-Schlappen bestückten Alufelgen gibt’s ohne Aufpreis.

Fazit: Der Subaru WRX STI Sport ist eine alltagstaugliche und fast schon luxuriös ausgestattete Fahrmaschine, die auch verwöhnten Hobbyrennfahrern ein Höchstmaß an Fahrspaß bietet – der allerdings auch seinen Preis hat: Zu den noch vergleichsweise moderaten Anschaffungskosten kommen nicht unerhebliche Unterhaltskosten – und die sicher anstehenden Runden auf dem Hockenheimring gibt’s ebenfalls nicht umsonst.

Weitere Infos und Bilder findest du hier: www.subaru.de

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